Im ersten Bauabschnitt (1985 - 1988) wurden in nur dreijähriger Bauzeit Anlagen zum Anschluß von 130.000 E + EW (Einwohner und Einwohnergleichwerte) errichtet. Der Abwasseranfall betrug damals 15.000 m³/d.
Von 1990 -1992 wurde die Reinigungskapazität des Klärwerkes auf 170.000 E + EW erweitert; das entspricht 30.000 m³/d.
Zusätzlich zur sehr gut funktionierenden biologischen Phosphatelimination wurde die sogenannte 3. Reinigungsstufe (chemische Phosphatfällung) zur Sicherung der Ablaufwerte nachgerüstet.
1995 wurde mit dem Bau der Schlammbehandlungsanlage begonnen und die Schlammentwässerung 1996 fertiggestellt.
Rechenanlage, Sand- und Fettfang
In den Anlagen zur mechanischen Reinigung werden als erste Schritte der Abwasseraufbereitung die festen, ungelösten Inhaltsstoffe abgetrennt.
Die Rechenanlage entfernt Grob- und Schwimmstoffe. Im sich anschließenden Sand- und Fettfang trennen sich mineralisches Material und Fette. Alle hier anfallenden Reststoffe werden gesammelt und einer Kompostierung zugeführt.
Belebungsbecken, Verdichterstation, Nachklärbecken
In den Anlagen der biologischen Reinigung werden die gelösten, organischen Verbindungen im Abwasser durch spezielle Bakterien zu Kohlendioxid und Wasser oxidiert. Die gewässereutrophierenden Nährstoffe Stickstoff und Phosphor werden zusätzlich, je nach Bedarf, biologisch und zum Teil chemisch entfernt.
Diese Umsetzungsvorgänge finden in den Belebungsbecken statt. Der Abwasserverband Wolfsburg betreibt sechs solcher Bioreaktoren mit jeweils 5.000 m³ Inhalt. Zum Erhalt der optimalen Lebensbedingungen der Bakterien in den Reaktoren ist ein eigenes Maschinenhaus, die Verdichterstation, vorhanden.
Die Leistungsfähigkeit der Anlage beträgt täglich bis zu 30.000.000 Liter Abwasser.
Im Anschluss erfolgt die Trennung der aktiven Biomasse (Belebtschlamm) von dem nun gereinigten Abwasser in zwei großen Sedimentationsbecken. Diese Trennung nennt sich Nachklärung. Die schwere Biomasse setzt sich am Beckenboden ab und wird wieder zurück in die Belebungsbecken gepumpt. Über die Beckenkrone läuft das klare Wasser ab und gelangt in zwei Speicherbecken zur weiteren Verwertung.
Voreindicker, Klärschlammentwässerung
Der Klärschlamm ist nichts anderes als die in den Belebungsbecken überschüssig produzierte Biomasse und ein Anteil "unverdaulicher" Feststoffe. Überschüssige Biomasse entsteht durch die hohe Vermehrungsrate der Bakterien.
Im Klärwerk Wolfsburg fallen täglich rund 1000 Tonnen Flüssigschlamm an. Zur Massenreduzierung werden in der Klärschlammbehandlungsanlage Voreindicker und Zentrifugen zur Entwässerung eingesetzt. Die tägliche Menge von 1000 Tonnen kann auf 150 Tonnen verringert werden.
Der nun stichfeste Schlammkuchen ist ein hervorragender Dünger. Er wird in einer Siloanlage zwischengespeichert und anschließend weiterverwertet.